Dienstag, 21. Juli 2009

Schwedt/Oder 2009 - Teil 3



Nach einjähriger Sanierung ist vor ca. einer Woche das historische Ritualbad (Mikwe) und das angrenzende Tempeldienerhaus in Schwedt wiedereröffnet worden.

Die 1872 von der damaligen Jüdischen Gemeinde gebaute Mikwe war nach der Vernichtung der Gemeinde und der Zerstörung der benachbarten Synagoge durch die Nazis in Vergessenheit geraten.
Dass sie schon zu Zeiten der Naziherrschaft als zerstört galt, hatte sie wahrscheinlich auch vor der endgültigen Vernichtung bewahrt.

Zu DDR-Zeiten hatte der damalige Stadtarchitekt Eckhard Tattermusch die Anlage als privaten Garten genutzt und dadurch vor dem Abriss bewahrt.
1988 haben Mitglieder des Kulturbundes eimerweise den Schutt herausgeschleppt.
Bei den Arbeiten hat man auch die Reste der Grundmauern der Synagoge entdeckt, die der Reichspogromnacht zum Opfer gefallen war.

5 Kommentare:

  1. Liebe Marianne,
    Danke, dieser Bericht geht mir ganz nahe! Eine Mikwe ist ein lebensnotwendiges Element für eine jüdische Gemeinde die dieser Bezeichnung wert ist.
    Ich wuβte schon von diese in Schwedt, weil abgebildet im „Architekturführer DDR Frankfurt (Oder) VEB Verlag für Bauwesen 1984 S.102 – Ich will es in einiger Zeit in meinem Blog abbilden).
    Mangels fähigen Beratern sah es leider in DDR Zeiten eher schlecht aus mit der Pflege von jüdischen Denkmälern. Ein Beispiel: Ich erinnere mich an einen im „Neuer Tag“ (Anfang 80er Jahre) berichteten frevelhaften Vorfall wobei auf einem jüdischen Friedhof des Bezirkes (Wriezen, meine ich) „gut meinenden“ Jugendlichen Grabsteinen „nach altgermanischer Brauch“ im Kreisform neuaufgestellt hatten. Nach jüdischem Brauch dürfen Gräber nicht von ihrer Stelle gerückt werden. Nachdem bekamen die Grabsteinen ihren ursprünglichen Platz.
    In Belgien ist es so daβ heutzutage Gräber und Friedhöfe sehr kurzlebig sind, eine dem jüdischen Glauben entsprechende pietätvolle Behandlung der jüdischen Gräber ist daher nicht gewährleistet. Darum lassen sich die traditionstreuen Juden Antwerpens sich in der kurz über die niederländische Grenze gelegene Ortschaft Putte (sprich: ‚Pütte’) beerdigen, wo die immerwährende Ruhe der Gräber gesetzlich gesichert ist.
    Ganz liebe Grüβen,
    Deine Nadja

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  2. Kennst du den jüdischen Friedhof in Prag? Ich habe ihn bei früheren Fahrten dorthin des öfteren besucht. Ich "liebe" diesen Friedhof.
    Über den jüdischen Friedhof in Schwedt werde ich auch einen kleinen Bericht verfassen.

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  3. Meine liebe Marianne,
    Ja sicher, ich kenne den jüdischen Friedhof in Prag. Er ist ungeschunden geblieben, weil die Nazis so ‚groβzügig’ waren diesen ausersehen zu haben als einziges Denkmal dieser Art zu werden, nachdem sie ihre Weltherrschaft erreicht hätten.
    Dieser in Frankfurt (Oder) ist leider verschwunden wenn man die Autobahn nach der VR Polen gebaut hat. Er war früher wo jetzt das Grenzstädtchen Slubice ist. In irgendeine jüdische Publikation sah ich eine Abbildung der ‚MOZ’ über die Geschichte dieses Friedhofes. In der zionistischen Entität in Palästina werden oft Friedhöfe geschändet durch die Autoritäten und ihre Archäologen, wobei die zionistische Polizei äußerst brutal vorgeht gegen fromme Juden die dagegen protestieren. Bilder davon kannst Du sehen im Blog von Jeschurun Judentum gegen Zionismus http://www.bloggen.be/jesjoeroen oder in der Website http://www.israelversusjudaism.org (für ähnliche interessante Links: http://www.nkusa.org/links/index.cfm )
    In Frankfurt (Oder) war ich sehr oft auf dem nichtjüdischen Friedhof. Es heiβt, er sei nach diesem von Hamburg eine der schönsten Deutschlands. Meine Eltern liegen dort begraben, aber es war vor allem meinem Mann der es dahin zog.
    So kann ich dich endlich mal fragen ob Du öfters in Ffo. warst? Kennst Du die Stadt?
    Ganz liebe Grüβen,
    deine Freundin Nadja

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  4. Liebe Nadja, ich kenne nicht sehr viel von Frankfurt/Oder. Es waren meist kleinere Stippvisiten. Einmal zum Freundschaftstreffen DDR/VR Polen, dann Anfang der 80iger mit einer Freundin Kumpels besuchen. Das letzte Mal während eines Praktikums 1993 zu einer Gerichtsverhandlung und noch 1995 zu einem Theaterbesuch. Die Stadt kenn ich nicht wirklich gut.
    LG Marianne

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  5. Liebe Marianne,
    Ich halte morgen in meinem Blog eine Überraschung für dich bereit. Laβe mir dann alsbald wissen ob es gelungen sei. Ganz liebe Grüβe,
    deine Freundin
    Nadja

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